Aktuelles zum Breitband-Ausbau in Oberösterreich

Lambrechtens Bürgermeister Manfred Hofinger mit Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. © Land OÖ / Daniel Kauder
Lambrechtens Bürgermeister Manfred Hofinger mit Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. © Land OÖ / Daniel Kauder
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner beim Testen eines Baggers auf der Breitband-Baustelle in Lambrechten. © Land OÖ / Daniel Kauder
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner beim Testen eines Baggers auf der Breitband-Baustelle in Lambrechten. © Land OÖ / Daniel Kauder

26.07.2019

„Die Anschlusserfordernisse des 21. Jahrhunderts sind: Wasser, Kanal und Digital. Keine andere Infrastruktur ist für die Zukunftsfähigkeit eines Standorts so entscheidend wie schnelle und leistungsfähige Datenleitungen. Daher ist auch einer der zentralen Schwerpunkte meines Programms ‚Fit for Future – OÖ 2030‘ der flächendeckende Ausbau von Glasfaser-Infrastruktur in Oberösterreich“, unterstreicht Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. 

„Dass Oberösterreich bereits Vollgas beim Breitband-Ausbau gibt, belegen unter anderem folgende Punkte“, so LR Achleitner weiters:

  • OÖ hat mit 158,2 Mio. Euro nicht nur mit Abstand die meisten Mittel aus der Breitband-Milliarde des Bundes abgeholt sondern mit 130 % auch deutlich mehr als uns eigentlich zugestanden worden ist.
  • OÖ ist auch Vorreiter beim Ausbau von Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze (FTTP).
  • Insgesamt werden in OÖ bis 2022 nicht weniger als 297 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln in den Glasfaserausbau investiert.
  • 80 % der Kosten beim Glasfaserausbau sind die Grabungskosten. Mittels eines neuen „Grabungsmonitors“ soll künftig der Glasfaserausbau mit anderen Grabungsarbeiten koordiniert werden.
  • Mit einem eigenen Förderprogramm („5G Call“) will das Land OÖ Investitionen von KMU zur Entwicklung von Pilotanwendungen von 5G, der fünften Generation des Mobilfunk-Standards vorantreiben.
  • Die FiberService OÖ, die Breitbandgesellschaft des Landes OÖ, baut alleine heuer fast 82 km Glasfaser-Infrastruktur in jenen Regionen unseres Bundeslandes, in denen sich der Breitband-Ausbau für kommerzielle Anbieter nicht rechnet.


OÖ nutzt Breitbandmilliarde des Bundes am stärksten – Forderung nach weiteren Mitteln vom Bund

„Dass Oberösterreich beim Breitband-Ausbau auch im Bundesländervergleich führend ist, bestätigt der aktuelle Evaluierungsbericht des Infrastrukturministeriums zur Breitbandmilliarde des Bundes. Von den bisher österreichweit vergebenen 470 Mio. Euro Fördermitteln landen 158,2 Mio. in Oberösterreich. Das sind zum einen in absoluten Zahlen mit Abstand die meisten Mittel, zum anderen mit einem Ausschöpfungsgrad von 130 % deutlich mehr Förderungen als vom Bund für Oberösterreich eigentlich vorgesehen worden sind“, unterstreicht Landesrat Achleitner.


Der Evaluierungsbericht zeigt aber auch, dass von den bereits ausgeschriebenen 706,3 Mio. Euro erst 470 Mio. Euro in Projekte gebunden werden konnten, was darauf zurückzuführen ist, dass die Bundesmittel von den anderen Bundesländern nicht überall so beansprucht werden, wie in Oberösterreich.


„Angesichts des aktuell in OÖ vorliegenden Antragsvolumens und den damit bereits fertig projektierten Ausbauvorhaben der Antragsteller in Oberösterreich wäre es für unser Bundesland daher wichtig und auch sicherlich im Sinne der Ausnutzung der Breitbandmilliarde sinnvoll, aus den bisher noch nicht vergebenen Mittel aus der Breitbandmilliarde weitere Mittel für Oberösterreich bereitzustellen. Damit könnten einerseits die doch massiven Anstrengungen der oö. Provider entsprechend berücksichtigt werden und andererseits die Nutzung der vorhandenen Mittel der Breitbandmilliarde gesteigert werden“, erklärt Landesrat Achleitner.


„In Oberösterreich werden Breitbandprojekte von insgesamt 31 Providern durch die Breitbandmilliarde gefördert. In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Provider wie in OÖ, insbesondere auch kleinere, die als Internet-Nahversorger in den Regionen fungieren“, erläutert LR Achleitner.


Die Aufteilung der Fördermittel innerhalb der Bundesländer:

BundeslandAusschreibungsvolumenGewährungProzentuell
Burgenland15,6 Mio. Euro9,0 Mio. Euro58 %
Niederösterreich179,4 Mio. Euro140,2 Mio. Euro78 %
Wien35,8 Mio. Euro3,5 Mio. Euro10 %
Kärnten80,8 Mio. Euro33,2 Mio. Euro41 %
Steiermark170,6 Mio. Euro52,2 Mio. Euro31 %
Oberösterreich121,7 Mio. Euro158,2 Mio. Euro130 %
Salzburg12,5 Mio. Euro9,0 Mio. Euro72 %
Tirol71,4 Mio. Euro58,7 Mio. Euro82 %
Vorarlberg18,6 Mio. Euro6,0 Mio. Euro32 %
Summe706,3 Mio. Euro470,0 Mio. Euro67 %

297 Mio. Euro öffentliche Gelder bis 2022 für Glasfaserausbau in OÖ:

Insgesamt werden in Oberösterreich bis 2022 297 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in den Glasfaserausbau investiert, darunter 100 Mio. Euro über die FiberService OÖ, die Breitbandgesellschaft des Landes OÖ, 24,4 Mio. Euro an Anschlussförderungen des Landes an die Breitbandmilliarde des Bundes und 1,7 Mio. Euro an Landeförderung für FTTH für Betriebe:

Breitbandmilliarde158,2 Mio. Euro
FiberService OÖ100 Mio. Euro
Anschlussförderung des Landes an die Breitbandmilliarde24,4 Mio. Euro
EU Förderung12,8 Mio. Euro
Landesförderung FTTH für Betriebe1,7 Mio. Euro
Gesamt297,1 Mio. Euro


Oö. Weg des Breitband-Ausbaus über Glasfaser-Infrastruktur bestätigt:

Aus dem Evaluierungsbericht wird weiters klar ersichtlich, dass der Weg Oberösterreichs, den Breitband-Ausbau über Glasfaser-Infrastruktur voranzutreiben, richtig ist und zukünftig weiter an Bedeutung gewinnt. So heißt es in diesem Bericht:

Aus aktuellen Studien sind insbesondere vier Entwicklungen erkennbar, die die Anforderungen an eine Breitbandstrategie verglichen mit der Ausgangssituation der „Breitbandstrategie 2020“ geändert bzw. konkretisiert haben:

  1. Die 5G-Entwicklung ist konkreter und umsetzungsnäher geworden.
  2. Die Orientierung an flächendeckenden Glasfasernetzen als universelle Festnetzinfrastruktur wird immer klarer und in mehr und mehr Ländern Realität.
  3. Die Europäische Union ist dabei, die Breitbandziele ihrer Digitalen Agenda neu zu formulieren.
  4. Die Nachfrageentwicklung bestätigt den Bedarf nach Bandbreiten deutlich jenseits des 100 Mbit/s Ziels bereits ab 2025.


OÖ beim Glasfaser-Ausbau bis zur Grundstücksgrenze führend:

Weiter zeigt die Evaluierung, dass bereits in 282 Gemeinden Oberösterreichs Projekte durch die Breitbandmilliarde entstanden sind. Beim FTTP-Ausbau, also dem Ausbau von Glasfaser bis auf die Grundstücksgrenze, ist Oberösterreich Vorreiter. Beim FTTP Ausbau werden im Gegensatz zu FTTC Brückentechnologien übersprungen.


Neuer Grabungsmonitor soll Glasfaserausbau beschleunigen

„80 % der Kosten für den Glasfaserausbau sind die Grabungskosten. Daher habe ich einen ‚Grabungsmonitor‘ in Auftrag gegeben, der künftig die Mitverlegung von Glasfaser-Infrastruktur bei Grabungsarbeiten für andere Infrastrukturprojekte koordinieren soll. Durch die Koordination von anderen Grabungsarbeiten mit dem Glasfaserausbau sollen die Grabungskosten verringert und der Breitband-Ausbau beschleunigt werden“, erklärt Landesrat Achleitner.


Im Rahmen des neuen Grabungsmonitors für Oberösterreich sollen die Gemeinden und andere Leitungsbauer ihre Grabungsarbeiten einmelden. Dadurch kann der Ausbau koordiniert und bei bestehenden Grabungsarbeiten eine Leerverrohrung mitverlegt werden. Die Technische Basis für den Grabungsmonitor ist das DORIS-WebGIS, das von den Gemeinden bereits seit längerer Zeit genutzt wird, um Änderungen am Gemeindestraßennetz einzupflegen. Jetzt im Sommer erfolgt die Test-Phase und Fertigstellung der Schnittstellen. Ab Herbst erfolgt der Roll-Out bei den Gemeinden und den Leitungsbauern, um so die Koordination zu stärken. Dazu erfolgt eine intensive Beratung durch das OÖ Breitbandbüro und die OÖ FiberService.


Bereits jetzt wurden von der FiberService OÖ alleine im Juli 2019 38 Leerrohrberatungen für Gemeinden durchgeführt, in denen Grabungsarbeiten für Strom, Gas, Gehsteige oder Straßen geplant waren. 10 km Leerrohre konnten seitens der FiberService OÖ mitverlegt werden und die restlichen Leerrohrprojekte wurden durch Provider oder Gemeinden umgesetzt. Somit konnten hier schon bei anderen Infrastruktur-Projekten Leerverrohrungen für künftige Glasfaseranschlüsse mitverlegt und damit Baukosten reduziert werden.


5G Call – OÖ. Landesförderprogramm für 5GPilotanwendungen von KMU

5G - die fünfte Generation des Mobilfunkstandards - ist von großer Bedeutung für die zukünftige mobile Nutzung des Internets. Mit Datenraten von bis zu 10 GBit/s, geringen Latenzzeiten und einer hohen Dichte an angeschlossenen Endgeräten wird eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und Anwendungen ermöglicht und die Basis für das Internet der Dinge geschaffen. Die Verfügbarkeit der 5G-Infrastruktur hat daher für die zukünftige Entwicklung des Standorts Österreich und insbesondere auch Oberösterreichs einen sehr hohen Stellenwert.


In Zukunft werden unzählige Geräte Zustandsinformationen (z. B. aktuelle Nutzung, Alterung, Umweltbedingungen) im Internet zur Verfügung stellen und untereinander kommunizieren. Kombiniert mit den Bedürfnissen der Nutzer/innen können Geräte automatisch Unterstützung leisten und unser Leben erleichtern. Daraus werden viele neue Geschäftsmodelle entstehen.


„Ziel des Förderprogramms des Landes - des 5G Calls - ist es, die Investitionen von Klein- und Mittelbetrieben zur Entwicklung von 5G-Pilotanwendungen zu fördern und so die Digitalisierung der verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche und die damit verbundene verstärkte Nutzung der Breitbandinfrastruktur sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in Oberösterreich voranzutreiben“, erklärt Landesrat Achleitner.

Die Förderung dieses Programms "5G-Pilotanwendungen für OÖ" umfasst die Entwicklung von 5G-Anwendungen samt Pilotbetrieb in Oberösterreich.



Die Ausbau-Aktivitäten der FiberService OÖ:

Hauptaufgabe der FiberService OÖ, die sich zu 100 % im Eigentum des Landes OÖ befindet, ist es, den Glasfaserausbau auch in jenen Gebieten Oberösterreichs voranzutreiben, in denen sich ein Ausbau für kommerzielle Anbieter nicht rechnet, also insbesondere in den ländlichen Regionen. Die FiberService OÖ errichtet nur die Glasfaser-Infrastruktur, der Betrieb der Netze erfolgt dann durch Netzprovider und Serviceprovider, wobei die Endkunden zwischen verschiedenen Serviceprovidern wählen können.

 

Lambrechten:

In Lambrechten wurden bereits bei bestehenden Bauvorhaben Leerrohre mitverlegt, es erfolgte schon eine Mitverlegung bei 1,8 km Grabungsarbeiten für Straßenbeleuchtung und Strom. Das FiberService OÖ-Projekt in dieser Gemeinde umfasst 328 Hausanschlüsse mit insgesamt 75,7 km Trassenlänge. Die Gesamtkosten betragen ca. 8 Mio. Euro, davon wurden ca. 5,2 Mio. Euro Bundesförderung aus der Breitbandmilliarde zugesagt.


Zudem entstehen angrenzend an Lambrechten weitere Ausbaugebiete der FiberService OÖ in Utzenaich, Mayrhof und einzelnen Gebäuden von Osternach, Eggerding, Andorf und Taiskirchen – im Sinne eines Glasfaserausbaus über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinweg.


Status Netzprovider-Ausschreibung durch die FiberService OÖ:

Im Juni 2019 wurde von der FiberService OÖ die Ausschreibung für den Netzbetrieb jener Netze geöffnet, die von ihr in den kommenden Jahren gebaut werden. Die eingegangenen Angebote der Netz-Provider befinden sich derzeit in der Evaluierungsphase. 

 

FiberService OÖ baut heuer insgesamt fast 82 km Glasfaser-Leitungen:

Alleine im heurigen Jahr 2019 wird die FiberService OÖ Glasfaser-Leitungen mit einer Gesamtlänge von 81,7 km in den verschiedensten Regionen Oberösterreichs errichten:

  • Adlwang; 7,7 km
  • Freistadt 6,6 km
  • Altschwendt: 19,8 km
  • Haibach: 5,6 km
  • Waldkirchen: ca. 7 km
  • Stroheim: ca. 13 km
  • Tarsdorf: 22 km

 

OÖ. Breitbandbüro als Erfolgsfaktor bei Mittelabholung aus der Breitbandmilliarde:

„Das OÖ. Breitbandbüro des Landes Oberösterreich ist mit seiner intensiven Beratungs- und Servicetätigkeit für Gemeinden, Provider und Private ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Vorbereitung und Umsetzung von Breitbandprojekten in Oberösterreich und insbesondere die Abholung von Mitteln aus der Breitbandmilliarde des Bundes“, unterstreicht Landesrat Achleitner.

 

Übersicht der Tätigkeiten des OÖ. Breitbandbüros:

  • Providerneutrale Gemeindeberatungen in mehr als 400 oö. Gemeinden
  • Mehr als 200 Vorträge jährlich
  • Fragebogenaktionen in 66 Gemeinden
  • Ständige Verbesserungen der Fördergebietskulisse für OÖ Gemeinden

 

Vorträge/Veranstaltungsunterstützung bei diversen Veranstaltungsformaten:

Hauptaugenmerk des OÖ. Breitbandbüros liegt in der Unterstützung vor Ort. D.h. im Rahmen zahlreicher Infoveranstaltungen und Workshops informieren die Mitarbeiter über die Möglichkeiten zum Breitbandausbau und unterstützen Gemeinden bzw. lokale Gruppen bei den notwendigen Aktivitäten.


Breitbandseminare:

Zum Fixpunkt sind auch die zweimal im Jahr stattfindenden Breitbandseminare für Gemeinden geworden. Themen sind immer die aktuellen und kommenden Förderungen sowie providerneutrale Information rund um das Thema Breitband. Die Terminankündigung und Anmeldung erfolgt immer über das Breitbandbüro OÖ unter www.breitband-ooe.at


Fragebogenaktionen in 66 Gemeinden:

In bereits 66 Gemeinden wurden die Bürger zum aktuellen und zukünftigen Breitbandbedarf befragt: Der Zuspruch zu einer besseren Anbindung lag bei mehr als 90 %. Auch die Bereitschaft, für richtig schnellen Download und Upload um 20 Euro mehr im Monat auszugeben, lag bei ca. 85 %. Die Fragebogenaktionen sind oftmals die Basis für die Breitbandaktivitäten in den Gemeinden.


Überprüfung der Förderkarten:

Unter www.breitbandatlas.info kann jede/r Bürger/in die eingetragene Versorgungsqualität mit mehr oder weniger schnellem Internet in ihrer/seiner Region überprüfen. Nicht immer entsprachen oder entsprechen diese Informationen der tatsächlichen Leistung und oft wurden in den vergangenen Jahren viel höhere Bandbreiten eingemeldet, als technisch verfügbar waren. Das OÖ. Breitbandbüro hat in den vergangenen Jahren zahlreiche dieser oft fragwürdigen Einmeldungen gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden überprüft und entsprechende Einsprüche an das Infrastrukturministerium formuliert und damit sehr oft eine Förderfähigkeit des Ausbaus erreicht.